Geschichten aus dem Museum in Jork,
dem Alten Land an der Elbe und andere Possen


In seinen Geschichten beschreibt der Autor auf humorvolle und hintersinnige Weise einige der im Museum ausgestellten Objekte. Er kommt dabei zu neuen und verblüffenden Erkenntnissen, die den Leser zum Schmunzeln bringen, ihn vielleicht aber auch zum Nachdenken über so manche Merkwürdigkeiten anregen.
Dies gilt auch für die übrigen Geschichten, die unter anderem von interessanten Forschungen auf dem weiten Feld der zwischenmenschlichen Beziehungen, von einem virtuellen Urlaub zu Hause auf dem Sofa, verlorenen Illusionen und einer ganz besonderen Weinkarte handeln.
Immer wird mit einem Augenzwinkern erzählt.


Rezension
Mittwochsjournal des Stader Tageblatt


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Buchcover
Titelbild D.-Th. Bohlmann

Vorwort                                 
   

Die Beschäftigung mit Geschichte ist in der Regel keine trockene Wissenschaft, sondern eher ein spannendes Vergnügen. Setzt Geschichte sich doch aus vielen Geschichten zusammen, die historische Zusammenhänge anschaulich und verständlich machen.
Im Museum Altes Land werden diese Geschichten wieder lebendig, denn um das Haus und seine Objekte ranken sich aus den Erzählungen der Stifter und Leihgeber mittlerweile zahlreiche Anekdoten.
Fred Lang hat diese Geschichten aufgeschrieben und in dem vorliegenden Bändchen zusammengestellt. Sein humorvolles Werk ist zugleich der erfolgreiche Versuch, die Popularität des Museums weiter zu steigern. Dafür sei ihm herzlich gedankt.

D.-Th. Bohlmann
Museumsleiter


Auszüge:

Achtundvierzig

„Wir sind Achtundvierzig!“ ruft mir mit strahlendem Lächeln eine unserer freundlichen und stets gut gelaunten Führerinnen die Zahl ihrer Gäste zu und eilt flugs zur Eingangstür des Museums. Sie trägt die schöne Altländer Tracht und einen kleinen Korb. Mit humorvollen Worten begrüßt sie eine Reisegruppe, die soeben aus einem Bus gestiegen ist. Dabei vergisst sie niemals, die schon etwas älteren Besucher sehr fürsorglich auf eine Stufe hinzuweisen. Die „Stufe“ ist genau 2,7 Zentimeter hoch. Ich habe nachgemessen.
Da ich heute die Aufsicht im Museum habe, setze ich mich an den kleinen Informationstresen und lausche still und in Gedanken versunken ihren humorvollen und fachkundigen Erläuterungen, die nicht einfach herunter geleiert werden, sondern bei denen sie sehr einfühlsam auf die jeweilige Stimmung der Gäste eingeht. Gelegentlich kommt es vor, dass mich der überraschte Blick einer Besucherin trifft und diese dann mit dem Ausruf: „Guckt mal, der ist ja echt!“ ungewollt für zusätzliche Heiterkeit sorgt.
Ein paar Anmerkungen zu den weit über zwanzigtausend Besuchern, die das Museum pro Jahr besuchen, sind an dieser Stelle sicher angebracht.
Da gibt es zum Beispiel die hartnäckigen Vielfrager, die alles ganz genau wissen wollen und dadurch den vorgegebenen Zeitplan durcheinander bringen. Die meisten möchten aber lieber erst zuhören und die Vielfalt des Gebotenen in sich aufnehmen, um dann später ganz gezielt die eine oder andere Frage zu stellen. Natürlich sind gelegentlich auch Besserwisser dabei, die durch lautes Zwischenreden und überflüssige Kommentare auffallen. Besonders frustrierend sind Besucher, die absolut uninteressiert sind. Da springt kein Funke über und man fragt sich, warum sie überhaupt an der Führung teil genommen haben. Die Gästeführerinnen und Gästeführer bleiben aber auch in diesen Ausnahmesituationen stets freundlich und geduldig.
Für mich ist es immer wieder erstaunlich festzustellen, wie unterschiedlich sie ihre nicht immer ganz leichte Aufgabe handhaben. Besonders deutlich wird das, wenn sie ihre persönlichen Favoriten unter den vielen Exponaten beschreiben. An erster Stelle steht nach meiner Beobachtung die Möbel- und Trachtenabteilung des Museums. Hier gibt es auch häufig Applaus auf offener Szene, wenn zum Beispiel erwähnt wird, warum früher allzu schlanke Altländerinnen nicht so besonders geschätzt wurden. Der schöne Ausspruch: „Eine richtige Bauersfrau muss Schatten werfen!“ drückt wohl am besten die damals vorherrschende Ansicht aus. Man traute einer zwar fülligen, aber auch stabil gebauten Frau mehr Kraft und Energie bei der Bewältigung der vielen und oft schweren Arbeit zu. Doch die dünnen Frauen wussten sich zu helfen. Manche trugen unter ihrem Rock noch bis zu sieben zusätzliche Unterröcke! Die meist wollenen Unterhosen waren damals im Schritt offen. Daher hießen sie auch „Op'en Büx“.
In „dringenden Fällen“ brauchten dann nur die Röcke bis zur Taille hoch gehoben zu werden. Heutzutage ist das Tragen von vielen Röcken und offenen Unterhosen ganz aus der Mode gekommen. Irgendwie schade!


Alles in Butter

„Original Alfa-Laval-Separator“ steht auf dem kleinen Blechschild der ziemlich klobig wirkenden Zentrifuge, und so manche Landfrau in fortgeschrittenem Alter seufzt bei ihrem Anblick und denkt an frühere Zeiten zurück in denen ihr noch nicht die modernen, elektrisch betriebenen Rührgeräte zur Verfügung standen.
Durch das Drehen einer kleinen Handkurbel setzte man damals einen Prozess in Gang, in dessen Verlauf aus normaler Milch feinste Sahne wurde. Eine Separation, das heißt eine Trennung von Wasser und Fett mithilfe der Zentrifugalkraft hatte diesen Effekt bewirkt. Das schreibt sich so leicht hin, war aber in der damaligen Zeit eine äußerst mühevolle und schweißtreibende Arbeit.
Zunächst wurde nämlich die Milch in den Vorratsbehälter eingefüllt, und erst unter Einsatz einer gehörigen Portion Muskelkraft und Ausdauer beim schnellen Drehen der Kurbel ertönte eine Klingel. Dies bedeutete, dass die nötige Umdrehungsgeschwindigkeit erreicht worden war und bald „alles in Butter“ sein würde. Das war ja auch der Sinn des Ganzen.
Erst nach einer quälend langsam verstrichenen Zeitspanne konnten sich Mensch und Maschine ausruhen. Die Sahne wurde dann zu Butter weiter verarbeitet.
Das erinnert mich irgendwie an die Fabel von den zwei Fröschen, die in einen tiefen Eimer mit Milch fielen und nicht wieder heraus konnten. Der eine Frosch ergab sich in sein Schicksal und ertrank. Der andere Frosch war ein Optimist und strampelte so lange, bis aus der Milch allmählich feste Butter wurde und er wieder festen Boden unter sich hatte.
Vielleicht sollten auch wir Menschen in scheinbar ausweglosen Situationen es öfter mal auf diese Art versuchen, damit wieder „alles in Butter“ ist.
Wo gezappelt wird, da ist noch Leben!

Das verborgene Schlüsselloch

Auf den ersten Blick sieht man dem prächtigen Hamburger Dielenschrank aus der Zeit um 1720 sein kleines Geheimnis nicht an. Der mit edlem Nussbaumholz furnierte und mit Schellack auf Hochglanz polierte Schrank aus massiver Eiche ist mit seinem reichen Schnitzwerk zu Recht eine wahre Zierde der Möbelsammlung.
Nur sehr wohlhabende Obstbauern konnten sich damals dieses barocke Prachtstück leisten, und auch im einundzwanzigsten Jahrhundert steht er wohl kaum in einer Dreieinhalb-Zimmerwohnung im vierten Stock eines städtischen Miethauses.
Aber auch reiche Leute haben so ihre Sorgen und die Furcht vor Diebstahl und Neid ist bei ihnen stärker ausgeprägt, als bei armen Schluckern, denen auf Erden nur ein  Leben von der Hand in den Mund beschieden ist. Wer nichts hat, der kann auch nichts verlieren. Und das ist doch für alle ein rechter Trost!
Nun zurück zu unserem schönen alten Schrank. Was mag man wohl früher an Wertvollem in ihm aufbewahrt haben? Sicher kunstvoll gearbeiteten Schmuck, kostbare Kleidung, Geld und vielleicht auch Erbstücke von früheren Generationen.
Im Gegensatz zu Katastrophen, wie Feuersbrünsten und Sturmfluten, denen die Menschen nicht entgehen konnten, ist Diebstahl ein eher vermeidbares Ereignis. Daher waren vor allem die Begüterten immer bemüht, diesem sträflichen Tun vorzubeugen oder zumindest den bösen Buben ihr Handwerk zu erschweren.
Und auch wer heutzutage im Museum neugierig nach einer Möglichkeit sucht, den Schrank zu öffnen und nachsehen will, ob vielleicht doch noch das eine oder andere Schmuckstück zu finden ist, wird keinen Erfolg haben. Wo sich normalerweise ein Knauf oder Türgriffe befinden, ist noch nicht einmal das Loch für den Schlüssel zu entdecken. Vergeblich schweift der suchende Blick umher und verirrt sich endgültig und hoffnungslos im reichen Schnitzwerk zwischen den Schranktüren.
Es gilt eben nicht immer und überall, was Edgar Allen Poe in seiner spannenden Kriminalgeschichte „Der entwendete Brief“ geschrieben hat:
„Wer etwas gut verbergen will, der darf es nicht verstecken!“


Denke  daran!

Diese mahnenden Worte stehen als Überschrift auf einem roten Pappschild, das an dem runden Bedienungsknopf eines Radiogerätes mit der Nummer: VE 301 DYN befestigt ist. Es handelt sich um einen der so genannten „Volksempfänger“, die zu Beginn der dreißiger Jahre des vorigen Jahrhunderts auch hier im Alten Land den Rundfunk erst so richtig populär machten und den alten „Geradeaus-Empfänger“ mit seinem separaten Lautsprecher ablösten.
Bereits am 2. Mai1924 nahm die NORAG (Nordische Rundfunk AG) in Hamburg den Sendebetrieb auf. Besonders für die Wetternachrichten und das Marktgeschehen in Hamburg interessierte man sich auch schon damals sehr. Am 1. April 1934 wurde aus der Aktiengesellschaft der Reichssender Hamburg. Er musste ab sofort die NS-Propaganda des Reichsministers Joseph Goebbels verbreiten. Nach der Besetzung Hamburgs am 3. Mai 1945  durch britische Truppen wurde der Sender in NWDR (Nord-Westdeutscher Rundfunk) umbenannt. Ab dem 1. Januar 1956 heißt er nun NDR (Norddeutscher Rundfunk).
Der vollständige Text auf dem Schild lautet übrigens:
„Denke daran! Das Abhören ausländischer Sender ist ein Verbrechen gegen die nationale Sicherheit unseres Volkes. Es wird auf Befehl des Führers mit schweren Zuchthausstrafen geahndet!“
Das hört sich heute, besonders für junge Menschen, irgendwie lächerlich an, musste damals aber sehr ernst genommen werden. Denunziationen durch übelwollende, vor allem neidische Zeitgenossen kamen nicht gerade selten vor!
Fast alle Deutschen schalteten trotzdem ausländische Sender, wie zum Beispiel BBC, gelegentlich ein. Nicht zuletzt wegen der Warnungen vor feindlichen Bombern. Man durfte sich dabei nur nicht erwischen lassen!
Wie sehr hätte der Diktator und Englandhasser aber erst vor Wut geschäumt und   weitere drakonische Strafen gegen die Verantwortlichen angedroht, wenn er sich schon damals die Werbebotschaften an die heutige, kaufkräftige „Yuppie-Generation“ hätte anhören müssen, in denen fast ausschließlich Englisch gesprochen wird.
Sinniges Motto einer Kosmetikfirma: „For better understanding“!
Ganz zu schweigen von der zunehmenden Verhunzung unserer Sprache durch das so genannte „Denglisch“: ein fast immer überflüssiges, aber irgendwie fortschrittlich klingendes Kauderwelsch aus deutschen und englischen Worten und Begriffen.
Doch diese bedauerliche Entwicklung lässt sich durch Verbote ganz bestimmt nicht aufhalten. Und sie ist mit Sicherheit das kleinere Übel, verglichen mit einem Rückfall in hoffentlich endgültig überwundene Zeiten!


Der Champion

Auf den ersten Blick ist an dem Pferd, das als braunes Relief auf grauem Sandstein zu sehen ist, nichts Auffälliges zu entdecken. Noch nicht einmal, ob es sich hier um einen Hengst oder eine Stute handelt. Erst beim Lesen der gemeißelten Inschrift wird klar, welch ein erstaunliches Beispiel an vorbildlicher Manneskraft den überraschten Besuchern des Museums  präsentiert wird:
„CHAMPION. Brauner Hengst, geboren 1849 in England deckte 24 Jahre auf der Station Jork und endete hier im Juni 1877“
Eine weiße Tafel informiert zusätzlich: „1854 wurde der Deckhengst Champion hier in Jork aufgestellt. Er war kräftig gebaut, zeigte energischen Gang und zeugte in 24 Jahren insgesamt eintausendachthundertfünfzig temperamentvolle, knochige Fohlen. Noch heute findet sich Championblut in den Pferden des Alten Landes.“
Ich rechne nach: Das waren im Schnitt siebenundsiebzig Kinder pro Jahr!
Das Decken der rossigen Stuten ging übrigens damals noch mit dem
immer wieder schön anzusehenden so genannten „Natursprung“ über die Bühne.
Wohl so manchem, jetzt vielleicht doch nachdenklich gewordenen Vater von - sagen wir mal - zwei Sprösslingen, offenbart sich nun auf eine ganz neue Weise der tiefere Sinn des alten Sprichworts: „Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr!“
Auf ein Denkmal braucht er bei diesem wenig überzeugenden Nachweis der eigenen Kräfte allerdings nicht zu hoffen.

Der Geist von Tante Rosa

Der kleine Kolonialwarenladen von Rosa Mehrkens ist wirklich etwas Besonderes und vermittelt dem faszinierten Besucher den Eindruck einer ganz eigenen, sehr persönlich gehaltenen Atmosphäre!
In ihm bediente Tante Rosa - wie sie liebevoll genannt wurde - von 1953 bis 1986 täglich von 06:00 Uhr bis 19.00 Uhr ihre Kunden. Er ist genau das, was man unter einem so genannten „Tante Emma Laden“ versteht. Nur, dass er in diesem Fall nun mal Tante Rosas Laden heißt.
Neben all den vielen nützlichen Dingen wie Lebensmittel, Schnürsenkel, Schnuller und andere Kurzwaren, gehörte für sie das Gespräch - der „Klönschnack“ - mit ihren großen und kleinen Kunden sozusagen mit zum Angebot und erweiterte so auf sympathische Weise das Sortiment!
Besonders Kinder wussten die bunten „Bonsches“ aus dem großen Glas zu schätzen und konnten sicher sein, dass der immer wohlschmeckende Vorrat an Süßigkeiten nie zur Neige ging. Im Alter von 75 Jahren musste sie den Laden schließen.
Ihr Testament bestimmte seine Aufstellung im Museum Altes Land und damit wäre die Geschichte zu Ende, wenn es da nicht noch etwas Seltsames zu berichten gäbe.
In unserer heutigen so überaus hektischen und vermeintlich aufgeklärten Zeit ist es nur schwer vorstellbar, dass gelegentlich Wunder geschehen und es immer noch Geheimnisse gibt. Vielleicht hat aber doch schon der eine oder andere aufmerksame Beobachter bei einem wiederholten Besuch des Museums bemerkt, dass auch nach dem Tod von Tante Rosa das Glas mit den leckeren Bonbons nicht leer wird, obwohl sich so manches Kind inzwischen heimlich selbst bedient hat. Wer wollte das den kleinen Naschkatzen auch verdenken, wenn die Versuchung groß ist und so leicht befriedigt werden kann.
Vielleicht ist es ja Tante Rosa selbst, die immer pünktlich zur Geisterstunde nach dem Rechten sieht und den eventuell zur Neige gegangenen Vorrat wieder auffüllt.
Geister können ja bekanntlich (fast) alles.

Der Patentmaulkorb

In der Abteilung Patente und Erfindungen des Museums hängt ein geheimnisvolles Gerät an der Wand, dessen Funktion auf den ersten Blick nicht so recht deutlich wird.
Es ist ein seltsam geformtes Gebilde aus Draht und Manilarohr, mit verstellbaren Lederriemen und unterschiedlich großen Schlaufen an den Enden.
Erst durch aufmerksames Studieren der Informationstafel wird dem Besucher klar, dass es sich bei dem Gegenstand um einen Maulkorb handelt. Und zwar um den so genannten Patentmaulkorb des Feinkorbmachers Gustav Mahs!
Maulkörbe gibt es viele und sie sind für die unterschiedlichsten Zwecke gedacht. Allen ist aber gemeinsam, dass ihre Träger daran gehindert werden sollen, ihr Maul verbotener Weise oder auch zur Befriedigung eigener oder fremder Bedürfnisse allzu weit aufzureißen. Dies gilt übrigens für Tiere und Menschen gleichermaßen!
Bei den Letzteren geht es allerdings selten darum, sie an einem Biss in eigene oder fremde Weichteile zu hindern, sondern fast immer um den Versuch, ihnen im Hinblick auf eine freie Meinungsäußerung das Maul zu verbieten. Was allerdings schon schlimm genug ist!
Doch dazu ist der Patentmaulkorb sowieso nicht gedacht und das macht uns Herrn Mahs gleich sympathisch. Dies steigert sich zu rückhaltloser Bewunderung, wenn man liest, warum vor seiner praktischen Erfindung so manches Tier jämmerlich ertrinken musste. Man erfährt, dass die Landwirte es gar nicht so gern hatten, wenn das unter den Obstbäumen weidende Vieh viel lieber saftige Kirschen und auch knackige Äpfel fressen wollte, als die normale gräserne Hausmannskost. Da Kühe für gewöhnlich sehr eigensinnig sind, musste daher früher zu recht drastischen Mitteln gegriffen werden, um sie am Genuss der verbotenen süßen Früchte zu hindern.
Ein so genanntes Knieseil, bestehend aus einer Eisenkette und ledernen Schlaufen für Vorderbeine und Kopf, das gleich neben unserem Patentmaulkorb an der Wand hängt, hinderte die Tiere zwar nicht am Fressen am Boden, aber sobald sie den Kopf heben wollten, um an die begehrten Früchte zu gelangen, wurden sie durch die kurze Kette auf recht drastische Weise daran gehindert und mussten ihr Vorhaben aufgeben. Leider rutschten sie auf der Suche nach schmackhaften Gräsern und Blumen gelegentlich in die mit Wasser gefüllten zahlreichen Gräben und ertranken, weil sie ihren Kopf nicht heben konnten.
Das wurmte Herrn Mahs sehr und der geniale Tüftler ersann deshalb etwas weitaus Besseres, das folgendermaßen funktionierte: Sobald das Vieh den Kopf hob rutschte der patentierte Korb über das gefräßige Maul und aus war's mit den verbotenen Leckereien!
In diesem Moment wäre ein Blick in die schon normalerweise nicht gerade vor Intelligenz blitzenden Augen der überraschten Kuh sicher ein ganz besonderes Erlebnis für einen zufälligen Zuschauer gewesen.
Diese so überaus sinnvolle Konstruktion erleichterte ihr aber auch den unfreiwilligen Verzicht. Senkte sie den Kopf nämlich wieder, rutschte der Korb  in seine frühere Startposition zurück. Wie oft sich dieser Vorgang allerdings im Laufe eines Tages wiederholte ist nicht überliefert.
Da bleibt uns allen nur die Erkenntnis:
Wer nicht hören will, muss fühlen. Oder fressen, was erlaubt ist. Oder verhungern! So einfach ist das.

Die Brauttür

„Altländer Brauttür, datiert 1751, einflügelige Eichenholzkonstruktion mit aufgesetztem Schnitzwerk und durchbrochenem Oberlicht. Angefertigt für W. von Riegen.“
So steht es kurz und bündig auf einer weißen Tafel. Und von der lächelnden Gästeführerin erfährt man, welch besondere Bewandtnis es mit dieser und vielen anderen Brauttüren im Alten Land auf sich hat.
Ein originales Altländer Bauernhaus ist mit seiner schönen Giebelfront und dem hier so typischen Fachwerk aus roten Ziegeln und weißen Balken immer eine Augenweide. Hinzu kommt eine Besonderheit, die sich erst beim vergeblichen Klopfen an die vermeintliche Haustür dem fremden Besucher offenbart. Diese Tür ist nämlich immer verschlossen. Ja, Sie haben richtig gelesen. Immer! Es handelt sich hier um eine so genannte Brauttür, die nur bei drei ganz bestimmten Anlässen geöffnet wird.
Der eigentliche Eingang befindet sich an der Rückseite des Hauses. Von hier aus erfolgt die Bewirtschaftung des bäuerlichen Betriebes und sie wird auf den an das Haus unmittelbar angrenzenden Feldern und Wiesen fortgesetzt.
Nun zurück zu unserer Brauttür. Der Name sagt es schon. Durch diese Tür zog die junge Braut in ihr neues Heim. Und nur durch diese Tür zog sie auch wieder aus.
„Aber dann mit den Füßen voran“, wie die jetzt doch ein wenig ernst gewordene Gästeführerin bedeutungsvoll erzählt.
Der dritte Anlass für das Öffnen der Tür waren Feuer und andere Katastrophen. Während die Männer versuchten, den Brand zu löschen und das Vieh zu retten, trugen die Frauen die wertvollen Truhen, die aus diesem Grund auch immer in der Nähe der Brauttür standen, ins Freie. Sie enthielten unter anderem die kostbare Aussteuer, den Familienschmuck und Feiertagskleidung.
Bleibt jetzt nur noch zu fragen, welche Überlegungen wohl der Braut durch den Kopf gingen, wenn sie zum ersten Mal durch diese besondere Tür ihren Einzug hielt. Dachte sie bereits schon an ihren späteren, todsicheren Auszug? Und welche Erwartungen und Hoffnungen beschäftigten eigentlich den Bräutigam?
Vielleicht freuten sich die beiden aber auch einfach nur ihres Lebens und dachten schon ungeduldig an die Hochzeitsnacht.
Nach dem schönen Motto: „Erst das Vergnügen und zum Teufel mit den Sorgen!“

Die Guten ins Töpfchen

Ehrenurkunde

Im Jahre 1952/53 wurde aufgrund der Vergleichsprüfung von Obstsortiermaschinen durch Entscheidung des Richterausschusses die Maschine „Kombi 1“ der Fa. H. Regenbogen in Königreich als „Geeignet für den deutschen Obstbau und zwar für die Sortierung von Kernobst" anerkannt und mit „Der großen bronzenen Preismünze der DLG“ ausgezeichnet.

Der Präsident der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft
(gez. Lorberg)

Wer einen so ungewöhnlichen Namen trägt und noch dazu aus einem Ort mit dem schönen Namen Königreich im Alten Land stammt, der muss ein außergewöhnlicher Mann sein. Und das war er auch ohne jeden Zweifel: der Stellmachermeister Heinrich Regenbogen mit seiner Erfindung!
Früher wurde das Obst nämlich gleich nach der Ernte noch mühselig von Hand gesäubert und anschließend in Körbe einsortiert. Diese Arbeit musste sorgsam und schonend für das Obst ausgeführt werden. Sie erforderte viele helfende Hände und war von den Lohnkosten her gesehen damals für die Obstbauern sehr zeitaufwändig und daher teuer.
Heute stehen die Besucher staunend vor der fünf Meter langen und etwa einen Meter breiten Apfelsortiermaschine, die mit ihren vielen Fächern, Klappen und verstellbaren Schienen einen auf den ersten Blick etwas verwirrenden Eindruck macht. Sie besteht vorwiegend aus Holz und wurde mit einem Elektromotor betrieben. Ihre Leistung betrug fünfzig Zentner in der Stunde und zu ihrer Bedienung waren vier Männer erforderlich.
Und so funktionierte das Prachtstück: Die Äpfel wurden vorsichtig in einen  flachen, schräg nach hinten geneigten  Kasten eingefüllt. Die sehr wichtige Vorauswahl erfolgte dann aber erst einmal von Hand nach dem Motto: „Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen“.
Danach rollten sie schön artig hintereinander auf einem fast vier Meter langen Transportband an genau siebzehn Bürsten zwecks gründlicher Reinigung vorbei. Leicht verstellbare Schienen und Klappen sorgten für die gewünschte Sortierung und anschließende Verteilung des Obstes auf mehrere Fächer. Hier wurden sie noch einmal begutachtet und zum Schluss landeten sie automatisch und sanft in den schon bereitstehenden Obstkisten aus Holz.
Ganz wichtige Voraussetzung für eine materialschonende Sortierung des Obstes war natürlich auch die gute Auspolsterung der gesamten Anlage.
Blaue Flecken gehen beim Menschen wieder weg - beim Apfel nicht!

Die Wasserschnecke

Schnecken fühlen sich immer dort besonders wohl, wo es feucht ist. Und weil es im Alten Land oft sogar richtig nass wird, wurden sie hier auch besonders groß.
Einige Exemplare erreichten eine Länge von bis zu vier Metern. Sie waren fast einen Meter dick und etwa vier Zentner schwer! Da aber so große Tiere sich noch sehr viel langsamer fortbewegen, als ihre kleineren Artgenossen, brachten die findigen Altländer je zwei Tragegriffe an ihren schön gerundeten Flanken an, und kräftige Männer konnten sie dann schnell genau dahin transportieren, wo sie auf ihre ganz spezielle Weise mithelfen sollten, die vielen Gräben zu entwässern.
Sie wurden dazu mit ihrem flachen Hinterteil ins Wasser versenkt und man befestigte an ihrem Kopf, der sich zusammen mit dem größten Teil  ihres Körpers noch am Ufer befand, ein kleines Drehgelenk, das über eine lange, eiserne Stange mit einem so genannten Göpel verbunden war: Eine sehr sinnreiche Vorrichtung, die mit Hilfe von sich waagrecht drehenden, unterschiedlich großen Zahnrädern der Kraftübertragung diente. Die dazu benötigte Energie lieferten zwei Pferde, die ständig im Kreis liefen. Wenn diese anderweitig gebraucht wurden, mussten starke Männer ins Geschirr.
Jetzt übertreibt der Autor vielleicht etwas, aber denkbar wäre es immerhin.
Den Schnecken war es übrigens ganz egal, ob sie von tierischen oder menschlichen Muskeln zur Arbeit gezwungen wurden. Sie fühlten sich schamlos ausgenutzt!
Spätestens jetzt wird mancher Leser, besonders wenn er sich zu den Tierfreunden zählt, die Stirn runzeln und entrüstet fragen, ob die Altländer früher noch ganz bei Trost waren.
Doch das waren sie und besonders pfiffig noch dazu! Denn sie machten sich das geniale - uns allen noch hoffentlich aus der Schulzeit bekannte - „Archimedische Prinzip“ zu Nutze und bauten die so genannte Wasserschnecke: Eine einseitig ins Wasser tauchende, am Boden und an den Seiten ummantelte drehbare Schraubenwendel, die schon im Altertum als Wasserhebemaschine gut funktionierte.
Sie war größtenteils aus besonders widerstandsfähigem Holz gefertigt und mit ihren passgenau gearbeiteten, rotierenden Schrauben beförderte sie in relativ kurzer Zeit große Wassermengen aus den zahlreichen Gräben.
Heute benutzt man natürlich elektrische Wasserpumpen, die aber bei Weitem nicht so schön anzusehen sind, wie die hier im Museum aufgestellte, voll funktionsfähige Schnecke.
Ein gelungenes Beispiel für Altländer Handwerkskunst!


Ein ungewöhnliches Quintett

Im Obergeschoss des Museums, dem ehemaligen Heuboden, findet seit Langem neben wechselnden Ausstellungen und diversen Veranstaltungen die inzwischen weit über die Grenzen des Alten Landes hinaus bekannte Konzertreihe „Klassik auf dem Lande“ statt. Durch die hohe Qualität der Interpreten und das einmalige Ambiente hat sie sich im Laufe der Jahre einen ausgezeichneten Ruf erworben, und die jeweiligen Aufführungen sind immer bis auf den allerletzten Platz ausverkauft. Wer nicht rechtzeitig einen Platz reserviert hat, dem bleibt leider oft nichts anderes übrig, als im Erdgeschoss oder auf der Treppe nach oben den Darbietungen der Künstler still und andächtig zu lauschen. Umso überraschender, sowohl für die vier Interpreten klassischer Musik, als auch für die Zuhörer, waren daher die seltsamen Geräusche, die eines Tages mitten in der Aufführung zu hören waren und deren Herkunft zunächst nicht festgestellt werden konnte, da sie immer nur kurze Zeit und in unregelmäßigen Intervallen -sozusagen aus dem Off - ertönten. Wollte da vielleicht jemand sich und anderen auf diese ungewöhnliche Art beweisen, dass da, wo ein Wille immer auch ein Weg ist, um doch noch einen der begehrten Plätze  zu ergattern?
Nach einer zunächst aufgetretenen Verwirrung und allgemeinen Unruhe nahm das Konzert seinen Fortgang. Man gewöhnte sich langsam an die gelegentlichen Interventionen des unsichtbaren Störenfrieds, und nach einiger Zeit hörte es sich sogar an, als ob das anfängliche Gekrächze sich zu einer melodischen Begleitung der vier Künstler entwickeln würde, die zwar etwas eigenwillig, aber originell klang. Die Soloeinlagen steigerten sich zu einer noch nie da gewesenen Souveränität im Ausdruck und überzeugten das verwöhnte Publikum durch eine beeindruckende Klangfülle.
Ganz oben unter dem First der rückwärtigen Giebelseite des Museums befindet sich ein so genanntes Eulenloch, das übrigens auch in anderen Altländer Bauernhäusern anzutreffen ist und den nützlichen Vögeln dazu dient, Mäuse und andere Schädlinge zu jagen. Wie sich in der folgenden Konzertpause dann zeigte, hatte genau dort die fünfte Künstlerin Platz genommen. Und da Eulen offenbar viel musikalischer sind, als man bisher angenommen hatte, machte sie auf ihre originelle Weise vorübergehend ein Quartett zum Quintett. Zur Überraschung und großen Freude für alle.


Ferdinand und seine „Amazone“

Das Museum hat unter seinen Schätzen auch eine bedeutende Schifffahrtabteilung, und die kleine Tafel mit Informationen über den Kapitän Ferdinand Schmidt und sein Schiff „Amazone“ könnte bei diesem reichhaltigen Angebot an Informationen leicht  übersehen werden. Sie kündet von zwei ergreifenden Schicksalen, die bis zu ihrem traurigen und wohl auch unvermeidbaren  Ende auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden waren. Man muss schon etwas näher treten, um das schöne Gedicht lesen zu können, das der Borsteler Schiffer Heinrich Dürkop im Jahre 1931 geschrieben hat. Hier einige Strophen:

In dem kleinen Borsteler Hafen

liegt ein stolzes Segelschiff;

„Amazone“ ist sein Name,

es umfuhr so manches Riff.
 

Hat so oft die See durcheilet,

fuhr bei Sturm, in Sonnenglut,

hat im Hafen nie geweilet,

war in Planken fest und gut.
 

Bracht' von Schwedenlands Gestaden

viele Kaufmannsgüter her,

fuhr nach Dänemark und Skagen

und durchfuhr das Nordermeer.


Stolzer Segler „Amazone“,

wirst die See nicht wieder sehn!

Treu bei Dir allein nun wohnet

Ferdinand, dein Kapitän.
 

Vom Kapitän ist ein Foto zu sehen. Darauf schaut er mit wachem Blick unter buschigen Augenbrauen ins Weite. Zusammen mit einem weißen, etwas struppigen Schnurrbart unter der recht großen Nase vermittelt er eine selbstsichere Ausstrahlung, die durch schmale Lippen und ein energisches Kinn noch verstärkt wird. Eine dunkle, flache Mütze mit kleinem Schirm komplettiert das Bild eines Mannes, dem man sofort ansieht, dass er weiß, „wo es lang geht“ und den so schnell nichts umwerfen kann.
Aber gegen fortschreitende Technik und sich wandelnde Märkte ist ein kleiner Schiffer machtlos, und daher rentierten sich spätere Fahrten nicht mehr. Kapitän und Schiff saßen im wahrsten Sinn des Wortes "auf dem Trockenen", und so war die Auflösung dieser so überaus engen Schicksalsgemeinschaft abzusehen.

Stolzer Segler „Amazone“,

der die See durchfurcht so stolz,

wirst bei Ritscher nun zum Lohne

klein gemacht zu Feuerholz.

 
Ferdinand erging es nicht viel besser. Er lebte noch einige Jahre in recht ärmlichen Verhältnissen und schlug sich mit Gelegenheitsarbeiten mehr schlecht als recht durch ein Leben, das für ihn im Jahre 1947 sein Ende fand.


Lockere Sitten?

Das Museum beherbergt unter seinem reetgedeckten Dach viele interessante Zeugnisse Altländer Kultur und Lebensart. So auch in der Abteilung für Möbel und Trachten. Dort stehen zwei Stühle, die sich nur durch ihre Größe von einander unterscheiden. Auf einem kleinen Schild ist zu lesen:
„Männerstuhl aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Gedrechselte und gezapfte Stollenkonstruktion mit eingeschobener Sitzplatte aus Eichenholz.“
Neugierig schaut man auf den anderen, etwas kleineren Stuhl. Es ist ein Frauenstuhl. Sogar ein ganz Besonderer. Nämlich ein „Tittengevstohl“.
Sie haben richtig gelesen! Genauso steht es dort. Schwarz auf weiß.
Der verblüffte Besucher kann dem kleinen Stuhl nicht ansehen, ob auf ihm möglicherweise eine sehr originelle und auch recht lockere Altländer
Lebensart praktiziert wurde, die dann im Lauf der Jahrhunderte leider in Vergessenheit geraten ist. Doch das Schildchen klärt auf:
„Es handelt sich hier um einen so genannten Stillstuhl. Durch seine geringe Sitzhöhe wurde der Mutter das Stillen ihres Säuglings erleichtert.“
Nix da von wegen originell und lockeren Sitten. Nicht im Alten Land!


Mönöloke

Die kleine Porzellanpuppe steht ganz allein in einer eigens für sie angefertigten Glasvitrine und schaut stolz am Besucher vorbei ins Ungefähre.
Irgendwie so, als ob sie sich ihrer großen Bedeutung, die sie früher einmal für die Menschen hatte, völlig bewusst sei. Sie trägt die typische  Altländer Hochzeitstracht und eine sehr aufwändig aus seidenen Blumen und Filigranschmuck gefertigte Festhaube.
Diese Puppen wurden früher hier im Alten Land, aber auch auf der anderen Elbseite, der Braut geschenkt, damit sie ihr Glück bringen und sie an diesen besonderen Tag erinnern sollten. Man nannte sie deshalb seit alters her „Mönöloke“.
Vermutlich stecken in dieser  Bezeichnung auch die holländischen, englischen und dänischen Worte für Glück: „Geluk“, „luck“ und „lykke“.
Fast will es dem Besucher scheinen, als ob sich die Glücksbringerin in ihrer engen gläsernen Behausung nicht so recht wohl fühlt und zum Beispiel viel lieber auf dem Arm der neben ihr stehenden schönen Braut sitzen würde, die sich zusammen mit anderen ebenfalls festlich gekleideten Personen in einer der beiden größeren, klimageschützten Schauvitrinen dem Besucher auf eindrucksvolle Weise präsentiert.
Am allerliebsten würde sie aber mit dem Baby spielen, das in seinem prachtvoll bestickten weißen Taufkleid ganz in der Nähe mit mürrischem Gesicht auf einem großen Kissen liegt und sich ganz offensichtlich langweilt. Vielleicht würde sie dann sogar einmal neugierig nachschauen, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Doch die Pflicht zur Repräsentation und ein stets untadeliges Verhalten sind nun mal oberstes Gebot für die Damen und Herren in der Trachtenabteilung. Daran müssen sich auch ihre kleinen Kinder und sogar die Puppen halten.
Genau wie im richtigen Leben - außer in gewissen Königshäusern.

Schwein gehabt auf „Borstel I“

Das Modell des Altländer Fährschiffes „Borstel I“ steht mit vielen weiteren sehr interessanten Exponaten in der Schifffahrtsabteilung des Museums. Wie viele der übrigen Schiffsmodelle, die hier bewundert werden können, wurde es von Dieter-Theodor Bohlmann im Verhältnis 1:25 angefertigt. Der Doppelschraubendampfer wurde im Jahre 1899 in Hamburg gebaut und verkehrte bis 1952 regelmäßig zwischen dem kleinen Borsteler Hafen im Alten Land und Hamburg. Er war 24,56 m lang, 5,18 m breit, 265 PS stark und konnte über 200 Passagiere befördern. Im Jahre 1953 wurde er verschrottet, weil die Eigner die Linie einstellten.
Das Schiff beförderte bei Sonderfahrten aber auch lebende Tiere, wie zum Beispiel Rinder und Schweine, die dann in Hamburg verkauft wurden. Es gehört nicht viel Fantasie dazu sich vorzustellen, wie mühsam es damals für die Besatzung gewesen sein musste, die im wahrsten Sinn des Wortes unvermeidlichen „Hinterlassenschaften“ und den penetranten Geruch der bedauernswerten Tiere zu beseitigen. Vielleicht war aber auch alles nur halb so schlimm und den meisten menschlichen Passagieren, die nach einer solchen Fahrt an Bord kamen, machte „das bisschen Gestank“ nichts weiter aus. Bis auf ein geschnitztes Namensbrett in goldener Schrift zeugen die wenigen Überbleibsel der Ausstattung auch nicht gerade von viel Komfort und Luxus, der ihnen während der Fahrt geboten wurde. Eine schmale fünfsitzige, braun gestrichene Holzbank und 10 Klappdeckstühle, ohne Lehne mit einfachem Segeltuch als Sitzfläche, vermitteln uns heute einen eher spartanischen Eindruck.
Zum Ausgleich für diese kleinen Mängel wurden die Passagiere aber durch die schöne und abwechslungsreiche Aussicht auf die Elbe, mit ihren vielen majestätisch dahin gleitenden Schiffen und einem langen Blick auf die Lotsenhäuser am Blankeneser Elbufer, entschädigt.
Das müssen auch die Schweine empfunden haben, als sie eines schönen Tages - neugierig geworden - plötzlich alle auf die Backbordseite des Dampfers stürmten und das Schiff dadurch in eine sehr gefährliche Schräglage und beinahe zum Kentern brachten. Das hatte leider für nicht wenige von ihnen tödliche Folgen. Viele Stunden früher als eigentlich vorgesehen!


Sonstige Geschichten:

Der unsichtbare König

Viele Menschen denken: „Wir haben keinen König“. Das ist falsch. Wir haben doch einen: den Wachtelkönig!
Er ist allerdings bisher nur von wenigen Menschen gesehen worden, aber natürlich von Vogelkundlern und anderen naturverbunden Zeitgenossen. Dieser König und sein kleines Volk sind eine schützenswerte Minderheit, weil sie als Indikatoren für eine noch intakte Natur gelten. Sein Reich befindet sich jetzt immer öfter gerade dort, wo weitere Zerstörungen unserer Umwelt - auch hier im Alten Land - aus vorwiegend wirtschaftlichen Interessen geplant sind und trotz des Widerstandes eines großen Teils der Bevölkerung leider auch realisiert werden!
Auch wenn dann schon nach kurzer Zeit festgestellt wird, dass zum Beispiel ein Verkehrskollaps nur vermieden werden kann, wenn noch mehr Straßen gebaut werden. Diesen Effekt nennt man „Teufelskreis“ und er führt eher früher als später zum Verlust an Lebensqualität für uns alle!
Es reicht also nicht aus, wenn der König wie in dem Märchen vom Hasen und dem Igel schon ganz heiser krächzt: „Ick bün all hier!“
Wenn wir Menschen nämlich nicht bald zur Besinnung kommen, werden sich die jetzt noch weit gehend naturnahen Landschaften in eine Wüste aus Beton verwandelt haben.
Nur ein ganz kleiner Schönheitsfehler wird dann diese „Idylle“ trüben:
Die Natur ist unsichtbar geworden. Unsichtbar, wie der Wachtelkönig!


Ein Herz für Schweine

Amerikanische Wissenschaftler eines Biotechunternehmens haben kürzlich neun Schweine geklont. Den Tieren fehlen bestimmte Antigene, die vom menschlichen Immunsystem bei Organtransplantationen besonders heftig abgestoßen werden.
Die Bundesärztekammer (BÄK) erwartet nun, dass künftig Organe von Schweinen in kranke Menschen verpflanzt werden können. Schon lange ist bekannt, dass aus medizinischer Sicht z.B. das schweinische Herz dem menschlichen Organ sehr ähnlich ist. Künftig könnte es also auch Menschen eingesetzt werden.
Warum eigentlich nicht auch umgekehrt? Die Frage ist doch erlaubt, aus welchen Gründen man einem armen, herzkranken Schwein das lebensrettende menschliche Gegenstück nicht implantieren sollte. Zumal alle schweinischen Menschen sowieso schon ideale Voraussetzungen erfüllen und sie so wenigstens einmal etwas Gutes bewirken könnten. Man wird dann allerdings damit rechnen müssen, dass eher marktwirtschaftlich orientierte Gruppen sich vehement gegen diese humane Idee wenden werden. Ich denke dabei in erster Linie an die Fleischwarenindustrie, die starke Umsatzeinbußen befürchten muss. Wer isst noch Schweinefleisch, wenn in der Brust des Tieres ein menschliches Herz geschlagen hat?
Vegetarier sind wieder einmal fein raus!

Illusion

Sie war etwas Besonderes. Schon als ich das Übliche mit ihr tun wollte - so eine wartet ja nur darauf, ist ja förmlich darauf angewiesen - wusste ich es.
Ich hatte genügend Zeit, sie zu betrachten, und es gab nichts auszusetzen an ihr. Ihre schlanke Gestalt war fehlerlos.
In ihrer Ruhe lag wohl die besondere Wirkung, die sie auf mich ausübte.
Nie zuvor hatte ich so etwas erlebt. Sie lag da, wie hingegossen, und wartete. Worauf? Was in den nächsten Sekunden geschah, weiß ich nicht mehr.
Ich erinnere mich nur noch daran, dass ich sie berührte und sie sich auf eine sonderbare Art fest und doch wieder auch weich anfühlte.
Ich zündete und sie war entflammt. Es war wunderschön.
Ich durfte erleben, wie sie dahinschmolz und sich auf so beständige Weise verzehrte in ihrem Verlangen, uns Freude zu machen.
Ich merkte, dass sie glücklich war. Immerzu musste ich sie anschauen.
Sie strahlte mich an, auf eine so besondere Weise, wie nur sie es konnte. Ich begann zu träumen.
Es wäre alles gut gegangen, wenn sie nicht angefangen hätte zu tropfen.

 
Moderne Zeiten

Neuerdings können sportlich ambitionierte Zeitgenossen die einzigartige Kulturlandschaft des Alten Landes auch auf acht Rollen kennen lernen. Skaten ist angesagt.
Unter der Leitung einer Gästeführerin, die über die Qualifikation eines so genannten „Basic-Instructors“ des DIV verfügt, braucht man für den Kick eine mindestens zweijährige Erfahrung im Rollen und Bremsen und
einen Helm. Hinzu kommen Hand-, Knie- und Ellenbogenschützer, die bei einer garantierten Durchschnittsgeschwindigkeit von bis zu 25 km/h auf größtenteils geteerten Nebenstrecken geradezu überlebensnotwendig sind. Die fünfstündige Tour hat übrigens eine Gesamtlänge von ca. 32 km! Eine abgespeckte Variante ist außerdem im Angebot.
Umfangreiche Versuche im Windkanal und auf einer Teststrecke haben leider ergeben, dass die schöne Altländer Tracht gänzlich ungeeignet zum Skaten ist. Daher trägt die Gästeführerin ein modernes windschnittiges Outfit, das durch eine zusätzliche signalrote Sicherheitsweste noch einen besonderen Pfiff erhält.
Schade, dass alternativ der gute alte Tretroller nicht zum Einsatz kommt. Der wäre nämlich für Teilnehmer ab vierzig Jahren vielleicht besser geeignet und auch stilvoller.
Wie schön, dass wenigstens ein paar Fachwerkhäuser, Kirchen und sogar einige Obstbäume immer noch wie früher aussehen!

Nie mehr allein

Wer kennt sie nicht, die spontanen und nicht immer ganz feinen Geräusche des Lebensgefährten: beim Essen und Trinken, beim Lieben und beim Schlafen.
Ich habe mich daran gewöhnt. Meine Partnerin offenbar nicht. Ab heute herrscht sausende Stille. Ich bin allein und fühle mich deprimiert. Niemand schmatzt, schlabbert und rülpst. Keiner jauchzt oder schnarcht. Nicht auszuhalten!
Doch es gibt Abhilfe: Sie ist rund, aber nicht dick. Hat man sie einmal bezahlt, steht sie jederzeit zur Verfügung. Immer wieder! Fast eine Stunde lang gibt sie ihr Bestes, um auch den Anspruchsvollsten zufrieden zu stellen. Es handelt sich um eine brandneue CD für einsame Singles, mit einer großen Auswahl an vertrauten Tönen vergangener Zweisamkeit.
Der passende Titel: „Nie mehr allein!“
Und das Schönste: Man kann sie jederzeit abschalten.

Rassiger Körper

Geht es Ihnen auch so: Sie öffnen in einem Restaurant die umfangreiche Weinkarte mit den Ausmaßen des Gästebuches einer mittleren Großstadt - und sind geplättet! Eigentlich wollten Sie nur einen leicht bekömmlichen, nicht zu teuren Wein bestellen.
Bier schmeckt ja auch gut, aber heute soll es mal ein guter Tropfen sein.
Doch so einfach geht das nicht, wenn man die Empfehlung liest, die ein offenbar schon berauschter Dichter - Abteilung Lyrik - verfasst hat.
Was halten Sie zum Beispiel von einem Erguss, der auch in vielen anderen Weinkarten - nur leicht verändert - zu finden ist und zusätzlich als eine gelungene Hymne auf noch ganz andere Genüsse verstanden werden könnte:
„Dieser edle Spitzenwein von vornehmer und zurückhaltender Eleganz verfügt über eine feste Ansprache im Geschmack und hinterlässt eine blumige Note am Gaumen. Mit seinem vollen, rassigen Körper hat er eine geradezu erotische Komponente. Seine überströmende Fruchtigkeit verleiht ihm einen seidigen, fast schon femininen Charakter ohne Ecken und Kanten. Nach lebhaftem Spiel auf der Zunge führt dann prickelnde Spritzigkeit zu einer wahren Explosion der Sinne! Im Nachhall zeigt er sich ausbalanciert.“ Alles klar?
Herr Ober! Bitte ein Pils.

Nachtrag:

Um wütenden Protesten professioneller Sommeliers (Weinkennern von Beruf) zuvor zu kommen, stelle ich hiermit klar, dass der „Erguss eines berauschten Dichters“ von mir frei erfunden wurde und keinerlei Rückschlüsse auf unsere hoch entwickelte Weinkartenkultur zulässt. Außerdem erkläre ich hiermit feierlich, nicht von der Bierlobby bestochen worden zu sein.

Strahlen im Gehirn

„Nein, nicht schon wieder etwas über Krankheiten!“ werden Sie jetzt vielleicht denken und womöglich nicht weiterlesen. Das wäre schade, denn es geht um etwas ganz anderes: um Frühlingsgefühle!
Forscher des University College in London haben Gehirne von Studenten mithilfe einer Computer-Tomografie gescannt und dabei Erstaunliches herausgefunden. Alle Testpersonen hatten zuvor angegeben, bis über beide Ohren verliebt zu sein.
Um die Hirnaktivität zu messen, wurden ihnen zunächst Fotos von Bekannten, Freunden und Verwandten gezeigt. Doch erst bei Bildern ihrer jeweiligen Liebsten begannen plötzlich bis zu 20 Hirnregionen zu strahlen. Darunter auch wichtige Bereiche, die unter anderem für schnelleres Denken und Reagieren verantwortlich sind. Hingegen nahm die Aktivität in den Gebieten, die zum Beispiel für postkoitale Depressionen und andere negative Gedanken zuständig sind, deutlich ab. Demnach sind Verliebte anderen Menschen gegenüber im Vorteil und auch noch glücklich dabei. Da kann man ja richtig neidisch werden!
Diese neuen Erkenntnisse stehen nun allerdings völlig im Widerspruch zu der bisherigen Meinung, wonach Liebe blind macht und zu Torheiten verführt.
Wem soll man nun glauben: den Wissenschaftlern oder einer alten Volksweisheit? Vielleicht ist ja beides richtig und wir anderen sollten uns unbedingt wieder einmal frisch verlieben.
Sogar in den eigenen Partner. Das wäre nämlich am praktischsten.


Ton in Ton

Eine Frau sitzt in einem vorwiegend in rötlich warmen Tönen gehaltenen, sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmer an ihrem Sekretär. Sie blickt versonnen auf ein Bild, das in einem roten Rahmen ihr genau gegenüber an der Wand hängt. Es zeigt ein junges Pärchen bei einer ausgesprochen lustvollen Beschäftigung.
Der Titel: „Auch Tomaten können es!“ Es gilt als das wohl bedeutendste Werk aus der inzwischen von Sammlern hoch geschätzten so genannten „Roten Periode“ des weltberühmten Lichtbildners Fred Lang, bevor er dann in die bei intimen Kennern seines Schaffens nicht mehr ganz so beliebte „Blaue Periode“ wechselte.
Eine vom Original kaum zu unterscheidende Reproduktion ist übrigens auf seiner Homepage zu bewundern.
Gerade hat sie das sehr humorvolle, aber auch nachdenklich stimmende Buch: „Von Mäusen, Menschen und anderem Getier“ dieses vielseitigen Fotografen und Schriftstellers zu Ende gelesen und findet, dass es eine wertvolle Bereicherung ihrer allerdings noch im Aufbau befindlichen Sammlung zeitgenössischer Literatur ist.
Sie trägt einen knallroten Hosenanzug und einen Kopfschmuck, der aus vielen kleinen kunstvoll zu einem Kranz arrangierten Tomaten besteht, die im Ton genau zu ihren wundervollen Haaren passen. Ein seidenes Halstuch in der gleichen Farbe vervollständigt auf das Vorteilhafteste ihre elegante Erscheinung.
Es ist genau 12 Uhr Mittagszeit, als es zaghaft an der Tür klopft und ein ganz in Rot gekleideter alter Mann herein trippelt. Es ist übrigens der schon erwähnte Autor und Fotograf, dessen eigentlich unbezahlbares Gesamtwerk mit allen Rechten von ihr kürzlich auf einer Versteigerung bei
SOTHEBY'S in London erworben wurde, und der nun auf seine alten Tage bei ihr als „Männchen für alles“ Unterschlupf gefunden hat. Er trägt mit etwas zittrigen Händen, die natürlich in roten, seidenen Handschuhen stecken, auf einem silbernen Tablett eine dampfende Suppenterrine an den Tisch. Ein Teller, eine silberne Schöpfkelle und ein Löffel, sowie eine rote Serviette aus feinstem Damast sind die passenden Accessoires.
Erwartungsvoll beugt sich seine Gebieterin über die Terrine. Zwischen ihren leicht geöffneten Lippen zuckt die kleine rote Zungenspitze unruhig hin und her. Ihr Gesicht strahlt vor Freude, als sie den Deckel abhebt.
Schließlich hat sie schon lange keine Erbsensuppe mehr gegessen!

Virtueller Urlaub

Seit einiger Zeit fahren meine Frau und ich nur noch virtuell in den Urlaub. Wir sitzen vor dem Fernsehgerät auf unserem bequemen Sofa und träumen uns weit weg.
Unsere Freunde sind schon ganz neidisch, wenn sie hören, wo wir am Wochenende wieder überall gewesen sind. Und das ganz umsonst!
Die Länder Europas kennen wir inzwischen wie unsere kuscheligen Kissen und auch die anderen fünf Kontinente sind uns so vertraut wie unsere Pantoffeln. Die tragen wir allerdings nicht mehr so oft wie früher. Überhaupt hat unsere Kleidung jetzt ein geradezu sportliches Outfit bekommen. Besuchen wir z. B. die Malediven mit ihrer faszinierenden Unterwasserwelt, haben wir außer Schwimmflossen und Taucherbrille
nichts weiter an.
Die Heizung im Wohnzimmer habe ich natürlich vorher voll aufgedreht. Schließlich wollen wir uns ja nicht erkälten.
Vorige Woche waren wir für ein Stündchen in der Antarktis bei einer Expedition mit dabei und heilfroh, dass wir auf eine Ausrüstung zurückgreifen konnten, die wir uns einige Wochen zuvor für einen Ausflug zum Nordkap besorgt hatten. Ich brauchte also nur noch unsere beiden Tiefkühlschränke im Wohnzimmer aufzustellen. Da drin war es allerdings etwas ungemütlich, aber so konnten wir die drangvolle Enge in den Expeditionscontainern sehr gut am eigenen Leibe nachvollziehen!
Übermorgen steht die Besteigung der Eiger-Nordwand auf unserem Programm. Meine Frau meint aber, dies wäre ihr vielleicht doch etwas zu sportlich. Wir sollten daher lieber ins Alte Land fahren und endlich die schönen Äpfel probieren, die es dort reichlich geben soll.
Nicht umsonst, dafür aber echt!

Zahn der Zeit

Sie steht an ganz besonderen Plätzen im Alten Land und ist ein verlockender Anblick für den müden Fußgänger. Und sie bietet ihre Dienste an. Ganz umsonst! Auf ihrem schön geschwungenen Rücken befindet sich ein kleines ovales Schild mit einer Namensliste. Darüber stehen in schwarzer Schrift die Worte: „Altländer Hochzeitsbank.“
Man wird über das Datum der Eheschließungen informiert und erfährt, dass dieses wichtige Ereignis bei einigen Brautleuten erst vor kurzer Zeit stattgefunden hat.
Gerührt setze ich mich auf die schon etwas wackelige, nicht mehr ganz weiße Bank und überlege, ob inzwischen das eine oder andere Pärchen sich bereits über Nachwuchs als sichtbares Zeichen einer hoffentlich unvergänglichen Liebe freuen kann. Ganz sicher kommen die glücklichen Eltern mit ihren Kindern oft hierher. Wenn der Zufall es will, treffen sie dann auch die anderen Brautpaare und der Jubel ist groß. Doch halt! Gibt es da nicht eine Statistik, wonach jede dritte Ehe wieder geschieden wird?
Bekommen die Betroffenen ihren Anteil an der gemeinsam finanzierten Hochzeitsbank dann wieder zurück oder können sie ihn als „verlorene Investition“ steuerlich absetzen?
Der Zahn der Zeit nagt an allem: an Bänken und an Ehen!


Anmerkung des Autors

Für mich als Mitarbeiter des Museums gewannen im Laufe der Zeit die kleinen und großen Schätze, die dort zu bewundern sind, immer mehr an Bedeutung und so entstanden nach und nach meine kleinen Geschichten.
Der in meiner langjährigen Tätigkeit als Fotograf geschulte Blick für Details und ein gutes visuelles Gedächtnis waren dafür wichtige Voraussetzungen und führten fast zwangsläufig zu einer intensiven gedanklichen Auseinandersetzung mit dieser so reichhaltigen und eindrucksvoll präsentierten Sammlung an Zeugnissen Altländer Geschichte.
Die eigentliche Herausforderung für mich bestand darin herauszufinden, was sich vor allem hinter der Fassade der von mir ausgewählten Exponate verbergen mochte und zu versuchen, es dann auf meine eigene Weise neu zu interpretieren. Sozusagen Geschichte wieder lebendig und auch nachvollziehbar zu machen.
Ich hoffe, dass meine etwas ungewöhnliche Sicht der Dinge den Leser schmunzeln lässt und die Besucher des Museums sich vielleicht zu einem interessierten zweiten Blick auf die von mir geschilderten Objekte anregen lassen.
Die übrigen Geschichten handeln von allerlei Merkwürdigkeiten - hier im Alten Land und anderswo. Immer wird mit einem Augenzwinkern erzählt!
Dem Leiter des Museums, Dieter-Theodor Bohlmann, möchte ich an dieser Stelle herzlich für seine guten Ratschläge danken, die mir für diese um viele Geschichten erweiterte zweite Auflage eine große Hilfe waren.

Fred Lang

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Neu!
Hier schon mal vier Titel zum Reinhören. Bitte Lautsprecher einschalten!

Altländer Brauttür     Der Champion     Der Geist von Tante Rosa     Lockere Sitten?


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